Die Konzeption der neuen Orgel

Der konzeptionelle Entwurf der neuen Orgel zielt auf einen zeitgenössischen Neubau hin. Zwar knüpfen der Kern der Disposition und die Gliederung in zwei Manuale und Pedal an das Konzept Johann Ernst Hähnels von 1740 an, aber auch Erweiterungen und sinnvolle Umbauten des letzten Jahrhunderts, besonders durch Julius Jahn, werden einbezogen. So wird z.B. das bisherige Gehäuse beibehalten, da der zentrale Prospekt von Hähnel wesentlich zum barocken Raumeindruck der Kirche beiträgt. Die späteren seitlichen Erweiterungen von Jahn treten optisch zurück und stören den Gesamteindruck nicht.

Die Orgel wird im Vollausbau 18 Register umfassen. Der Tonumfang wird gegenüber der alten Orgel auf das heute übliche erweitert. Das Instrument erhält eine mechanische Ton- und Registertraktur, die auf leichte Ansprache und Geräuscharmut optimiert ist. Die Windversorgung erfolgt durch einen im Gehäuse liegenden, extra gekapselten Elektromotor über je einen Keilbalg für Haupt- und Oberwerk und einen Schwimmerbalg für das Pedal.

In ihrer klanglichen Gestalt wird die Orgel in der Tradition einer sächsischen Barockorgel stehen, sich aber nicht völlig auf diese Stilistik beschränken. Eine Einengung der zur Aufführung kommenden Werke auf bestimmte historische Epochen oder musikalische Gattungen ist dadurch nicht gegeben. Die Orgel wird im heute gültigen Kammerton (a’ = 440 Hz) eingestimmt. Sie erhält eine gleichstufige leicht modifizierte Temperierung. Diese Stimmung verbreitert noch einmal die musikalischen Einsatzmöglichkeiten, vor allem im Zusammenspiel mit Instrumentalisten.

Dieser musikalisch-funktionelle Gesichtspunkt überwog bei der Ausarbeitung der Konzeption über die historischen Aspekte, da diese Orgel nicht vordergründig ein konzertantes Instrument ist, sondern dem Gottesdienst mit all seiner Vielfalt an musikalischen Anforderungen – auch konzertanten - dienen soll.



Disposition der neuen Groß-Orgel


I Hauptwerk C – g³


Bordun 16'

Prinzipal 8'

Rohrflöte 8'

Spitzflöte 4'

Oktave 4'

Quinte 2 2/3

Mixtur 3f

Vorabzug 2'


II Oberwerk C – g³

Gedackt 8'

Salitional 8'

Rohrflöte 4'

Prinzipal 2'

Sesquialter 2f

Vorabzug Terz 1 3/5

Sifflet 1'

Oboe 8' (Übernahme aus Jahn-Orgel)


P Pedal C- f


Subbaß 16' (Übernahme aus Jahn-Orgel)

Prinzipal 8' (Übernahme aus Jahn-Orgel)

Choralbaß 4f

Vorabzug 4'

Posaune 16'

Zimbelstern

Tremulant zum Oberwerk

Koppeln I/P II/P II/I