Die Kirche


      In der Ostwand der Glockenstube des Turms finden sich vermauerte Schalllöcher, die wahrscheinlich romanischen Ursprungs sind.

      Wie in der germanischen Siedlerzeit im ländlichen Raum üblich, wird auch in Brockwitz der ersten Kirchenbau eine Holzkonstruktion gewesen sein, oft waren es anfangs nur überdachte Altäre, aber bald schon muss aufgrund des genannten Befundes im Turm ein Steinhaus gefolgt sein. Infolge von Bränden und Kriegseinwirkungen wurden mehrere Umbauten nötig. Äußerlich sichtbar sind heute noch die Bauphase der Renaissance an den Giebeln des Turmes (zwischen 1530 und 1550) und das barocke Kirchenschiff mit seinen markanten korbbogenartig abgeschlossenen Fensterwölbungen von 1737.

      Der Innenraum ist nach der denkmalpflegerisch einfühlsamen und liebevollen Restaurierung unter Pfarrer Axel Johannes Schanz wieder ganz in schlichtem ländlichen Barock mit klaren Linien und hellen Farben gehalten. Der Turm ist in seiner vollen Breite zum Schiff hin geöffnet und bildet mit diesem einen Raum. Der Altarraum indes ist um eine Stufe erhöht. Das Gestühl ist um 1880 erneuert worden und passt sich in seiner Schlichtheit und Formensprache dem barocken Gestus gut an.

      Zwei Anbauten in voller Geschoßhöhe nördlich und südlich beherbergen Vorhalle und Sakristei und im Obergeschoß über der Sakristei Patronatslogen, die von außen über ein separates Treppenhaus zugänglich sind.  

       Der Altar ist in seiner jetzigen Form 1822 gebaut worden, gestiftet und entworfen von Charlotte Auguste von Miltitz. Die Mensa stammt jedoch wahrscheinlich von einem gotischen Vorgängeraltar. Die Formgebung des jetzigen Altars ist klassizistisch, das Altarbild ist die Kopie eines Gemäldes von Cima da Conegliano (Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Alte Meister Nr. 61), die Kopie wurde durch Fräulein aus dem Winkel gefertigt.

    Durch die Sakristei erreichbar ist die barocke Sandsteinkanzel, die auf einer toskanischen Säule ruht. Sie ist in drei Felder geteilt, die auf ovalen Reliefs die Erschaffung von Adam und Eva sowie die Evangelisten Markus und Matthäus zeigen. Auf dem Schalldeckel sitzten zwei barocke Engel mit den Gesetzestafeln in der Hand. Einer von ihnen wurde 1945 von einem sowjetischen Pistolenschuss durchbohrt.

      Weiterhin finden wir in der Kirche einen schlichten, aber schönen Sandsteintaufstein aus dem 19. Jh. und ein kunstvolles schmiedeeisernes Lesepult des damals ortsansässigen Schlossermeisters Artur Hintersatz, das dessen Meisterstück gewesen sein soll.

      Die Kirche wird umgeben von einem Friedhof mit Grabsteinen, die bis in 17. Jahrhundert zurückgehen. Beim Zurücksetzen einer Friedhofsmauer wurden 1933 bronzezeitliche Urnen freigelegt.

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