Der Zeitplan unseres Orgelbauvorhabens

6. Februar 2006

Vertragsabschluss

13. Februar 2006

Baubeginn in der Werkstatt

7. Juni 2006

Abbau der alten Orgel

23. August 2006

Beginn des Aufbaus in der Kirche

25. September 2006

Intonationsbeginn

20. Oktober 2006

Abschluss der Arbeiten

31. Oktober 2006

Orgelweihe

Disposition der neuen Groß-Orgel

Orgelgutachten
der alten Jahn-Orgel
vom 30.09.2002

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Die Geschichte der alten Orgel

     Die Geschichte unserer Orgel ist natürlich verknüpft mit den Ereignissen um unsere Kirche.

     Im Zuge des barocken Kirchenumbaus 1737 wurde in die Kirche eine neue Orgelempore eingebaut und eine neue Orgel in Auftrag gegeben. Gebaut wurde sie 1740 für 128 Taler und 8 Groschen von dem zu dieser Zeit in Meißen ansässigen Orgelbauer Johann Ernst Hähnel (1697 -1777).

      Diese Orgel erhielt ein Gehäuse mit einem Drei-Felder-Prospekt im Rokokostil, heute noch zu erkennen an der farbigen Gestaltung. Sie hatte Schleifladen, eine Wellenbrettmechanik, 18 klingende Stimmen, Tremulant, Koppeln, Zimbelstern und Vogelstimme (ähnlich der Sonnenorgel in Görlitz).

      1761 schlug der Blitz in den Kirchturm ein, wodurch auch die Orgel beschädigt wurde. Einige Brandspuren kann man noch heute am Glockenstuhl erkennen. Erst im Jahre 1789 erfolgte die Reparatur durch den Orgelbauer Johann Pfützner aus Meißen.

      1797 war Brockwitz die erste Landgemeinde in Sachsen, in der durch Pfarrer Johann Gottlob Mauke das Dresdner Gesangbuch eingeführt wurde.

      In den Jahren danach finden sich im Archiv nur spärliche Notizen zu den Ereignissen um die Orgel. Immerhin kann man den Rechnungsbüchern die stetige pünktliche Zahlung an die Calcanten (Bälgetreter) entnehmen.

      In die Orgel wurden um 1875  durch den Orgelbauer Franz Emil Keller (Ostrau) zwei neue Orgelbälge eingebaut (ein Magazin- und ein Keilbalg) und die drei Pedalregister seitlich versetzt.

      Um 1900 war die Orgel laut einem Schreiben des damaligen Pfarrers Otto Meier „nicht mehr reparierbar“. Nur den Prospekt fand man noch erhaltenswürdig. Die Kirchgemeinde entschloss sich zu einem Neubau und wandte sich im selben Jahr an mehrerer Orgelbaufirmen. Beauftragt wurde dann die Firma Julius Jahn & Sohn (Dresden). Man erwartete bei dem billigsten Angebot dieser Firma eine Orgel auf neuestem technischen Niveau, gefertigt mit den hochwertigsten Materialien. Das konnte nicht funktionieren.

      Die Orgel wurde 1907 fertig gestellt. Sie bereitete von Anfang an Probleme, vor allem mit ihrem pneumatischen System. Außerdem wurde vertragswidrig vielfach minderwertiges Material verbaut (Zink statt Zinn). Bei der Orgelabnahme sind dem Sachverständigen leider diese heute noch nachweisbaren Mängel nicht aufgefallen. <

      1917, im ersten Weltkrieg, mussten dann auch noch alle erhaltenen Pfeifen des alten Prospekts abgeliefert werden.

      1927 erhielt die Orgel erstmals ein motorisches Gebläse. 1934 wurde bei einer Durchsicht durch die Firma Jehmlich (Dresden) festgestellt, dass die Orgel räumlich so verbaut war, dass man zur Reparatur an viele Teile gar nicht herankam. So musste 1938 eine Generalinstandsetzung erfolgen. Dabei wurde, um Platz im engen Gehäuse zu gewinnen, ein neuer Spieltisch ca. zwei Meter entfernt aufgestellt. Die Probleme waren damit aber nicht gelöst.

      Sein Gutachten zum Zustand der Orgel hat der Orgelsachverständige der Landeskirche Sachsen, Herr Kantor Gerdes, mit folgender subjektiven Bemerkung, wie er selbst schrieb, beendet: „Ich habe in meiner Dienstzeit jahrzehntelang mit leidenschaftlichem Eifer geübt. An dieser Orgel würde mit das binnen einem Monat für immer vergehen“.