Über die Entstehung der Mark Meißen

      Im 10. Jahrhundert war die Saale Ostgrenze des germanischen Reiches. Die östlich davon siedelnden slawischen Stämme waren selbständig, aber tributpflichtig. Wegen ständiger Grenzunruhen und den wiederholten Einfällen der Magyaren seit 908 überschritt der Sachsenkönig Heinrich I., genannt der Vogeler, diese Grenze 927 und eroberte das slawische Land bis zur Elbe.

 


 

     Auf einer markanten Felsplatte oberhalb von Elbe und dem Bächlein Misnia ließ er 929 die Burg Meißen als Grenzfeste im slawischen Gau der Daleminzer errichten. Neben der militärischen Sicherung des neu gewonnenen Gebietes kam dem Vorposten auch die wichtige Funktion der Verbreitung des christlichen Bekenntnisses zu. Unter dem Schutz der Burg wirkten zunächst Kanoniker und später die Augustiner Chorherren des St.Afrastifts in dieser Aufgabe.

 

      Otto I. , der Sohn Heinrichs I., dehnte die Landnahme bis an die Oder aus, gründete zur Sicherung des Gebiets die Ostmark und in ihr 965 die Mark Meißen. 968 wurde durch ihn das Bistums Meißen errichtet, das wie die anderen Bistümer der Ostmark Zeitz und Merseburg dem Erzbistum Magdeburg unterstand.

      Mit der militärischen Sicherung wurde das Land für Siedler interessant und so kamen Franken, Sachsen, ja selbst Flamen mit ihren traditionellen Siedlungsformen, ihrer Handwerkskunst und Landwirtschaft ins Land.

    Wir haben heute noch viele Ortsnamen slawischen Ursprungs wie Brockwitz, Sörnewitz, Heynitz neben germanischen Namen wie Mohorn (Am Ahorn), Taubenheim oder Burkhardswalde.

Verweise: www.genealogie-mittelalter.de    www.die-sachsen-kommen.de

 

  Die Geschichte des  Kirchsprengels

     Die Parochie Brockwitz umfasst heute die Gemeinden Brockwitz, Clieben und Sörnewitz. Brockwitz und Clieben gehen auch in den alten Quellen nahtlos ineinander über, waren jedoch bis 1839 selbständige Verwaltungseinheiten. In der Dorfanlage Cliebens erkennt man noch andeutungsweise einen slawischen Rundling, Brockwitz und Sörnewitz sind typische Straßendörfer. Mit der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts, die im infrastrukturell hoch entwickelten Elbtal gute Bedingungen fand, vergrößerten sich die nordwärts gelegenen Ortsteile Neusörnewitz und Neubrockwitz beträchtlich, im wesentlichen  um einen Betriebsteil von Siemens und ein Glaswerk herum.

       Brockwitz gehört zu den ersten urkundlich belegten Siedlungen im Meißner Land. Im Jahre 1013 schenkte König Heinrich II. Brochotina cethla im Gau Nisan dem Meißner Hochstift. Man kann annehmen, dass damit auch die Gründung der Brockwitzer Kirchfahrt initiiert wurde. 1205 wurde die Kirche selbst erstmals urkundlich erwähnt, indem im Codex Saxonicus festgestellt wird, dass St.Afra in Meißen das Patronatsrecht über die ecclesie in Brochtitz, also die Brockwitzer Kirche, hat.

      Zweihundert Jahre später, 1403, ging das Patronat infolge Tauschs an die Scharfenberger Rittergutsherrschaft derer von Miltitz über. 1602 kommt ein Teil an Utz von Ende auf Taubenheim. Im Jahre 1778 stand  Brockwitz nachweislich unter drei Gerichtsbarkeiten: der Scharfenberger, der Batzdorfer und der Taubenheimer. Dieser Zustand endete erst 1855 mit der Bildung königlicher Gerichtsämter.   Im Jahre 1852 tritt der damalige Kirchenpatron Generalleutnant von Miltitz das Kirchenpatronatsrecht an das sächsische Kultusministerium ab. Damit endete die 449-jährige Patrimonialherrschaft der Familie von Miltitz über die Kirchgemeinde Brockwitz.

      1950 wurden Brockwitz und Sörnewitz mit ihren Ortsteilen nach Coswig eingemeindet, dennoch behielten beide Gemeinden, da sie auch geografisch deutlich von der Kleinstadt Coswig abgesetzt sind, ihren dörflichen Charakter bei.